Burek mit Joghurt

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Burek frisch gebacken (Foto: Grgur Zucko/PIXSELL)

Da sich mein Lebensstandort von Deutschland nach Kroatien verlagert hat, haben sich auch meine Angewohnheiten verändert. Ich verbringe meine Freizeit mehr draußen, anstatt wie in Deutschland häuslichen Aktivitäten nachzugehen. Ich treffe mich mehr mit Freunden und Bekannten auf einen Kaffee in der Zagreber Altstadt oder verbringe meine Zeit mit Radfahren um den See Jarun oder am Bundek, der ebenfalls ein künstlich angelegter See in Zagreb ist.

Essgewohnheiten ändern sich

Eine weitere Besonderheit, die mir in letzter Zeit aufgefallen ist,  sind meine Essgewohnheiten. Sie haben sich umgestellt. Ich esse zwar weiterhin Fastfood, doch auf eine andere Art: Ich bin auf Burek und Joghurt umgestiegen. Burek ist ein Teiggericht, das in der südosteuropäischen Region sehr populär ist und meistens mit Käse, Fleisch oder Kartoffeln gefüllt ist. Zu Burek passt hervorragend Joghurt. Beides ist gut für einen Snack zwischendurch oder für eine Mahlzeit während der Arbeit.

Nicht zu glauben, aber wahr…

Diese Art von Fastfood ist nun auch in Deutschland vorzufinden. Wenn man in Münchens Innenstadt spazieren geht, traut man seinen Augen nicht: Die kroatische Bäckereikette Mlinar hat eine Filiale eröffnet, die zugleich die erste Filiale dieses Unternehmens in Deutschland ist.

Doch das ist noch nicht alles, denn vor kurzem hat das Unternehmen seine zweite Filiale in Deutschland und zwar in Frankfurt eröffnet: Wie vielleicht mir geht es eventuell anderen Kroaten aus Deutschland, die es nicht glauben können, dass kroatische Backwaren und vor allem Burek mit Joghurt in Deutschland verkauft wird. Als ob man in Kroatien wäre. Das gilt aber auch weltweit. Die Bäckereikette hat nämlich zudem vor einiger Zeit eine Filiale in Sydney eröffnet!

Döner-Kebab (Foto: Robert Schlesinger-DPA-PIXSELL)

Im Zeitalter der Globalisierung

In Deutschland isst man dagegen einen Döner oder man geht zum Fastfood. Dieser Trend nimmt in Kroatien auch zu. In Zagreb gibt es immer mehr Kebab-Buden, fast schon an jeder Ecke. Ich muss sagen, dass diese zwar anders als die in Deutschland schmecken, sie sind aber trotzdem gut. Welcher Döner Kebab nun der bessere für mich ist, ist schwer zu beurteilen.

Ich stelle nur fest, dass mir der Yufka-Döner aus Deutschland, eine Art von Kebab, den es in Kroatien nicht gibt, fehlt -  so wie mir Burek mit Joghurt in Deutschland fehlen würde. Dank der Globalisierung ist dieses Sehnsucht halb so tragisch.

Tonči Petrić arbeitet als Journalist und Radiomoderator für das deutschsprachige Programm der Stimme Kroatiens bei dem kroatischen Hör- und Rundfunk HRT. Er lebt seit mehreren Monaten in Zagreb und berichtet in seinem Blog über seine Erfahrungen in Kroatien.

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