Ein Herz, ein Kroatien

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Teilnehmer der Kroatischen Weltspiele vor Beginn des gemeinsamen Crosslaufs

Unter diesem Slogan haben vom 18. bis zum 22. Juli in Zagreb die Kroatischen Weltspiele stattgefunden. Bei diesen handelt es sich um einen Amateursportwettbewerb, an dem Kroaten aus der ganzen Welt zusammentrafen, um im Geiste des Sports in Kroatien zu sein, sich kennenzulernen und einfach Spaß zu haben. Wie die Teilnehmer habe auch ich als Reporter und Journalist meine Erfahrungen vor Ort machen können und neben meiner Arbeit neue interessante Menschen kennengelernt.

Mittelpunkt der Welt

Die Kroatischen Weltspiele werden vom kroatischen Weltkongress und dem staatlichen Amt für Kroaten im Ausland organisiert und ereigneten sich in Zagreb zum vierten Mal infolge. Rund 1000 Teilnehmer aus 31 Ländern haben diesmal an diesem Amateursportwettbewerb teilgenommen.

In den Sportarten Karate, Tennis, Fußball sowie in anderen sportlichen Disziplinen wurden Wettkämpfe täglich, mit dem Ziel Kroaten und ihre Nachkommen aus der ganzen Welt im Geiste des Sportes zu verbinden und näher zu bringen, ausgetragen. Dabei stand weniger der sportliche Erfolg, sondern eher das Zusammensein, der Austausch und der Kontakt mit anderen Kroaten aus der ganzen Welt im Vordergrund.

Die Kroatischen Weltspiele sind eine sportliche Veranstaltung an der Jung und Alt teilnehmen. Ohne Bedenken könnte man sagen, dass Zagreb für eine kurze Zeit Mittelpunkt der Welt war.

Ungenutztes Potenzial

Was die Crolympiade, wie der Wettbewerb oft genannt wird, war mir bisher nicht bekannt. In Deutschland wird diese Veranstaltung leider nicht so sehr proklamiert weder wird für sie geworben, was schade ist, da bestimmt auch sehr viele Kroaten aus Deutschland an ihr teilnehmen würden, wenn sie von ihr wüssten. Wie auch bei so vielen anderen Sachen in Kroatien, ist das Potenzial dieses Events für mich nicht gut genug ausgeschöpft.

Foto: Stimme Kroatiens

In der Diaspora ist das Interesse für Kroatien sehr groß und so eine Veranstaltungsform oder ähnliche in einer anderen Form könnten die Verbindung zur kroatischen Diaspora weiter stärken, Leute ermutigen zurückzukehren oder in Kroatien wirtschaftliche Investitionen ankurbeln – letztlich zum Allgemeinwohl in Kroatien beitragen. Was aber noch nicht ist, kann ja noch werden.

Auch ich lerne etwas neues

Trotz aller organisatorischen Verbesserungsvorschläge, ist mein Interesse an sportlichen Aktivitäten und am Sport durch die Weltspiele gestiegen. Ich habe neue Spielregeln kennengelernt, konnte mir ein Golfspiel anschauen und erfahren, dass die älteste kroatische Diaspora in Rumänien lebt. Weiterhin durfte ich die Erfahrung machen zum ersten Mal an einen Schwimmwettkampf, als Reporter teilhaben zu können und live zu berichten.

Umgeben von der ganzen Welt

Das Schöne an den kroatischen Weltspielen ist, dass von der ganzen Welt man umgeben ist. Leicht kommt man mit Menschen aus Peru oder Australien in Kontakt – sogar mit Kroaten aus Angola! Auch ist es ein schönes Gefühl, als ein in Deutschland aufgewachsener Kroate, nun Kroaten aus Deutschland in Zagreb zu empfangen und andere Kroaten aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen dieser Welt miteinander zu verbinden und kennenzulernen. Als würde man die ganze Welt in Händen halten.

Es war ein schönes Turnier, bei dem ich am Ende der Veranstaltung in meinen Geburtstag reinfeiern konnte. Ich freue mich auf die nächsten kroatischen Weltspiele und vertröste mich mit dem Slogan des diesjährigen Jahres: “Jedno je srce, jedna je Hrvatska”, zu Deutsch: “Ein Herz, ein Kroatien”.

Tonči Petrić arbeitet als Journalist und Radiomoderator für das deutschsprachige Programm der Stimme Kroatiens bei dem kroatischen Rundfunk und Fernsehen HRT. Er lebt seit mehreren Monaten in Zagreb und berichtet in seinem Blog über seine Erfahrungen in Kroatien.

Barbara Vid

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