Sich im Kreis bewegen – Teil 2.

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Tonči Petrić (Foto: GH)

Wie ich in meinen Blog von letzter Woche beschrieben habe, ist es nicht so einfach eine Krankenversicherung in Kroatien abzuschließen. Ich wurde zu verschieden Personen und Institutionen geschickt und bewegte mich nur im Kreis ohne richtig voranzukommen, geschweige denn eine Krankenversicherung abzuschließen.

Licht am Ende des Tunnels

Doch ich hatte die Hoffnung nicht aufgegeben und habe demzufolge alles versucht, um an alle benötigten Informationen zu kommen. Ich wusste, dass wenn ich ausdauernd bin, mehrmals zu den gleichen oder anderen Personen und Institutionen gehe, um an die richtige Person zu kommen, die mir dann den richtigen Pfad anzeigt und ich ihr genau erkläre, was mich interessiert, werde ich irgendwann das Licht am Ende des Tunnels sehen. In einem Video könnt ihr sehen, was ich in Erfahrung gebracht habe: …

Video

Des Weiteren muss die Krankenversicherung in Deutschland mich abmelden, damit ich mich bei der Krankenversicherung in Kroatien anmelden kann. (Dies wurde vor kurzem noch von deutscher Seite widerrufen!). Hierzu brauche ich eine Anmeldebestätigung aus Zagreb und eine Bestätigung meines Arbeitgebers. Mit einer Abmeldebestätigung aus Deutschland und einiger ausgefüllter Formulare in Kroatien kann ich mich dann über meinen Arbeitgeber in Kroatien krankenversichern lassen.

Zwei Welten der Bürokratie

In Kroatien herrschen sehr viele Fehlinformationen, die zuständigen Personen wissen viel zu wenig Bescheid oder sind uninteressiert. Dies ist vor allem bei Änderungen eines Gesetzes bemerkbar, da dann keiner weiß, was jemanden betreffen kann oder was genau geändert wurde.

Tonči Petrić (Foto: Zrinka Lušić)

Meine Erfahrungen lehren mich, dass es in Deutschland nicht besser sein muss. In Deutschland gelangt man viel schneller zu seinen Dokumenten und Bestätigungen und die zuständigen Personen können sehr schnell sichere und genaue Informationen geben – man irrt weniger herum / man bewegt sich weniger im Kreis. Aber in Deutschland herrscht ein Wahn nach Formularen. Man braucht für eine bürokratische Angelegenheit viel zu viele Bestätigungen und ausgefüllte Formulare. Dies hat den Vorteil, dass man rechtlich gesehen vielleicht besser abgesichert ist, doch diese Ansammlung von Formularen, die ausgefüllt werden müssen, können auch sehr viel Zeit und Nerven kosten.

Tonči Petrić (Foto: Zrinka Lušić)

Ja, die Situation in Kroatien bezüglich der Bürokratie wird sich schwer ändern, aber eine Änderung ist möglich, zumal einige Dinge im Vergleich zu Deutschland schon über das Internet erledigt werden können, z. B. mittels des Portals e-građani (https://pretinac.gov.hr/KorisnickiPretinac/eGradani.html  – ein Portal für kroatische Bürger zur Abwicklung von bürokratischen Formalitäten). Und ja, die Situation in Deutschland bezüglich der Bürokratie ist besser, aber keineswegs optimal und zufriedenstellend. Ich denke, egal wo man sich befindet, die Bürokratie ist überall ein nervendes, aber notwendiges Übel.

Tonči Petrić arbeitet als Journalist und Radiomoderator für das deutschsprachige Programm der Stimme Kroatiens bei dem kroatischen Rundfunk und Fernsehen HRT. Er lebt seit mehreren Monaten in Zagreb und berichtet in seinem Blog über seine Erfahrungen in Kroatien.

Barbara Vid

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