Tagebuch aus Fernost – Chinesisches Laternenfest

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Foto: Franka Gulin

Das chinesische Laternenfest (Englisch Lantern Festival, Chinesisch Yuan Xiao Jie) wird am 15. Tag des 1. Mondmonats des neuen Lunisolarjahres gefeiert und bezeichnet somit den letzten Tag der Lunisolarzyklusfeier nach dem traditionellen chinesischen Lunisolarkalender, bzw. des chinesischen Neujahres.

Über den Ursprung gibt es verschiedene (und ziemlich ausführliche) Erläuterungen, und eine davon hat auch mit dem Zeitraum zu tun, in dem die „winterliche Dunkelheit“ zum Ende kommt und die Zeit des Lichtes ankommt.

Foto: Franka Gulin
Foto: Franka Gulin

Die roten Laternen sind schon seit immer ein wichtiger Teil der Feier. Obwohl diese am Anfang eine praktische Rolle gespielt haben, das heißt sie haben Häuser, Wege und Ähnliches beleuchtet, wurde der Herstellung von Laternen mit der Zeit immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Laternen sind ein richtiges Symbol der chinesischen Kultur, aber auch ein Statussymbol geworden.

Die Künstler haben sich jedes Jahr die Mühe gegeben, die schönsten Laternen für das Laternenfest herzustellen, und viele haben versucht, die besten Exemplare zu kopieren. Die kaiserlichen Laternen wurden selbstverständlich von den besten Künstlern gemacht.

Heute sind die Laternen ein wichtiger Teil des Festes und diese gibt es in verschiedenen Formen und sogar Farben, obwohl die meisten rot sind. Wie schon in einem vorherigen Text erklärt wurde, ist die rote Farbe ein Symbol des Glücks.

Es geht um die erste Nacht des vollen Mondes im neuen Lunarjahr, der die Rückkehr des Frühlings, das Erwachen der Natur und der Fruchtbarkeit symbolisiert. Der Mond ist auch ein Symbol des Neutreffens der Familien. Jedoch haben die meisten Chinesen keine Möglichkeit dafür, da das Laternenfest kein staatlicher Feiertag ist.

Dieses Jahr findet das Fest glücklicherweise am Samstag, den 11. Februar statt, was vielen, die weit von ihren Familien arbeiten, einen kurzen Urlaub ermöglicht.

Yuanxiao (Foto: Franka Gulin)

Die traditionellen Sitten zu diesem Anlass unterscheiden sich abhängig von den bestimmten Gebieten. Die Meisten zünden die Laternen an und stellen sie in ihre Gärten und Straßen, lassen sie im Wasser schwimmen oder in die Luft fliegen. Man beobachtet auch den wundervollen Mond, zündet das Feuerwerk und isst tangyuan oder yuanxiao.

Es geht um eine Kugel aus Klebreis mit verschiedenen Füllungen. Diese sind überwiegend süß – mit Braunzucker, Sesam, Walnüssen, Bohnen- oder Dattelpaste. Eine traditionelle Auswahl ist oft auch schwarzer Sesam. Diese Delikatesse kann gekocht, gedämpft oder gebraten werden und wird in der Flüssigkeit vom fermentierten Reis serviert, die süß, manchmal auch nach Alkohol schmeckt.

Das chinesische Laternenfest wird auch außerhalb des einwohnerreichsten Landes der Welt immer beliebter, und es bleibt zu sehen, ob man dieses traditionelle chinesische Festival bald besser außerhalb China feiern wird.

Franka Gulin genießt das Leben in Peking in vollen Zügen schon seit vier Jahren. Seit den Sommermonaten berichtet sie in unserem Blog über ihre Eindrücke aus dem fernen China und den Nachbarländern.

*Die im Text ausgedrückten Meinungen des Autors geben nicht unbedingt die Meinung des Kroatischen Rundfunks HRT wieder.

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