Über den Dächern der Stadt Zagreb

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Die Burg Medvedgrad im Inneren  seiner Mauern-(Foto: Marko PrpicPIXSELL)

Wie ich schon in meinen letzten Blog vor einer Woche schilderte, verbringe ich meine Zeit in Zagreb nicht nur mit Einheimischen, sondern auch mit Menschen aus allen Ecken der Welt. Dies bezieht sich nicht nur auf EU-Ausländer, sondern auch auf Kanadier, Australier oder nicht zuletzt auch auf einen Südkoreaner, mit dem ich eine WG in der Innenstadt von Zagreb teile, aber hierzu etwas später in einer anderen Ausgabe meines Blogs. Ein Erlebnis, das ich in diesem Zusammenhang hier gerne erzählen würde, ist die Erfahrung mit Argentiniern und Chilenen einen Ausflug zum Gebirgszug Medvednica zu machen, dass ein Naherholungsziel nördlich von Zagreb ist.

Aussicht auf die Südseite der Burg Medvedgrad (Foto: Luka StanzlPIXSELL)

Ausflug zur Burg Medvedgrad

Alles begann mit einem gemütlichen Kaffee auf dem britischen Platz (Britanski trg) in Zagreb, als ich mich mit einer Gruppe von Argentiniern und Chilenen kroatischer Herkunft bzw. kroatischen Auswanderern getroffen habe. Recht spontan haben wir beschlossen eine Wanderung in Richtung Medvednica, einem Gebirgszug nördlich von Zagreb zu machen.

Das primäre Ziel unserer Wanderung war die mittelalterliche Burg Medvedgrad. Anfangs war ich skeptisch, wie das wohl enden mag – mehrere Stunden mit Lateinamerikanern kroatischer Herkunft zur Burg Medvedgrad wandern zu gehen – aber gut, ich wollte mich mal überraschen lassen. Ich muss hierzu sagen, dass ich die Burg Medvedgrad nur aus Zeitschriften oder aus dem Fernsehen kannte, so dass diese Wanderung zur Burg Medvedgrad für mich neu war.

Foto: Luka Stanzl/PIXSELL

Nach mehreren Stunden durch den Wald kamen wir in unserem Ausflug zu einer Frau die heimische Gewürzpflanzen verkaufte und später zu einer weiteren Person die handgepresste Säfte in verschiedenen Geschmäckern anbot. Ich konnte Bärlauch-Knoblauch kosten – zum ersten Mal in meinen Leben, genauso wie hausgemachten Brennnesselsaft trinken. Für alles im Leben gibt es ein erstes Mal, würde ich mal sagen. Auf einem Blättchen des Bärlauch-Knoblauchs (medvjeđi luk) kaute ich im Verlauf des ganzen Ausflugs lang, während ich den Brennnesselsaft heute immer noch zu Hause trinke. Nach mehreren Stunden des Wanderns gelangten wir zur Burg Medvedgrad, wo uns eine fantastische Aussicht über die Dächer der Stadt Zagreb begrüßte.

Lateinamerikanische Lebensfreude

Da die Lateinamerikaner bekanntlich Musik lieben, temperamentvoll sind und dass Leben in vollen Zügen genießen –ließen sich musikalische Eindrücke glücklicherweise nicht verhindern, sodass ich zu Sonnenuntergang während unseres Picknicks die lateinamerikanische Lebensfreude zu spüren bekam. Mit einer Flöte und einer Gitarre begannen wir Musik zu spielen und nahmen ein Video auf – dieses kann man sich hier ansehen: ….

Umgeben von der ganzen Welt

Ein Punkt der für Zagreb spricht, ist die Tatsache, dass man in Zagreb Kroaten aus allen Ecken der Welt antreffen und die Zeit miteinander verbringen kann (siehe CROATICUM). Ein Austausch von Erfahrungen und Sichtweisen, sowie eine Reflexion über sein eigenes Leben sind garantiert.
Diese Erfahrung habe ich in Deutschland in diesem Umfang nicht machen können und über diese Erfahrung bin ich sehr dankbar, da sie mir das Gefühl gibt zuhause, aber zugleich von der ganzen Welt umgeben zu sein. In meinem Fall umgeben von Lateinamerikanern kroatischer Herkunft. Ich denke, Zagreb verbindet Menschen aus der ganzen Welt.

Blick auf die Stadt Zagreb (Foto: Igor KraljPIXSELL)

Petrić arbeitet als Journalist und Radiomoderator für das deutschsprachige Programm der Stimme Kroatiens bei dem kroatischen Rundfunk und Fernsehen HRT. Er lebt seit mehreren Monaten in Zagreb und berichtet in seinem Blog über seine Erfahrungen in Kroatien.

Barbara Vid

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